00:00:00: Stellt euch vor, ihr schreibt ein Song der über acht Minuten lang ist.
00:00:04: Ein völlig verrückter Tagwechsel drin hat und am Ende einfach mitten im Ton abricht!
00:00:09: Genau dieses Ding wird plötzlich ein großer Hit im Radio – ein Song, der Anfang der Neunziger die Karriere einer Band gerettet hat, die eigentlich schon fast am Ende war.
00:00:18: Und das Beste?
00:00:19: Der Text basiert auf einem absoluten Klassiker der Weltliteratur.
00:00:23: Wir erzählen euch heute die ganze verrückte Geschichte dahinter.
00:00:27: Moin ich bin Alex Speck
00:00:28: Und ich bin Andreas Schmidt und heute dreht sich alles um Pulmi Under von Dream Theater.
00:00:33: Die größtem
00:00:34: Rock Songs, Stories
00:00:37: zu den Hümmern!
00:00:39: Ihr
00:00:39: hört einen Original-Podcast
00:00:41: von Radio Bob Deutschlands
00:00:43: Rock Radio.
00:00:46: Wir gehen zurück in das Jahr einundneunzig für Dream Theater.
00:00:50: Sie des damals gelinde gesagt ziemlich düster aus.
00:00:53: ihr Debütalbum When Dream and Die Unite war zwar von den Kritikern gefeiert worden, kommerziell ist es aber leider ein ziemlicher Flop.
00:01:01: Ihre damalige Plattenfirma ist nicht begeistert, es werden keine großen Touren geplant und die legen die Band dann noch erst mal finanziell aufs Eis.
00:01:10: dazu kommt noch dass die Band mit dem damaligen Sänger Charlie Domenici nicht zufrieden ist und sie trennen sich von ihm.
00:01:17: Sie haben dann fast zwei Jahre lang kein Festensänger.
00:01:20: Die Jungs halten sich mit normalen Jobs über Wasser und proben am Wochenende wie die Besessenin in einem kleinen Keller.
00:01:26: Sie wissen genau, das nächste Album ist ihre absolut allerletzte Chance!
00:01:30: Wenn das nicht zündet, wenn war es das?
00:01:32: Mit dem Traum von der Musikkarriere.
00:01:34: Ja also beginnen sie unzählige Songs zu schreiben.
00:01:37: Jeder in der Band darf mal was beisteuern.
00:01:40: Sie regeln das dann so, der, der den Song komponiert und auch den Text dazu schreibt.
00:01:44: Der ist auch für den Gesang zuständig.
00:01:46: also entstehen dann haufenweise Demos mit unterschiedlichen Sängern Und eines davon ist auch Pulmianda unsere heutige Rock-Hymne!
00:01:53: Der Song geht auf Kevin Morsekonto.
00:01:55: Er ist der Keyboarder der Band.
00:01:57: Also steht schon mal das Gerüst von Pulmiander.
00:02:00: grob sag ich mal.
00:02:01: und jetzt fehlt nun noch ja die wichtigste Zutat eigentlich...der richtige Sänger.
00:02:05: Dann bricht es hier an und zu zwei neunzig an.
00:02:08: Der Musikmarkt hat sich komplett verändert.
00:02:10: Grunge ist plötzlich ein Riesending, Bands Winner, Warner und Pearl Jam laufen überall.
00:02:14: Tja, niemand interessiert sich mehr für langen komplizierten Metal mit Keyboard-Solos.
00:02:20: Doch die Band glaubt an ihre Songs!
00:02:22: Sie schreiben eine Nummer, die eigentlich viel zu lange ist und viel zu komplex für den Mainstream.
00:02:26: Und genau dieser Song geht dann durch die Decke.
00:02:28: Ein acht Minuten Brett das fürs Radio auf etwas unter fünf Minuten zusammengekürzt wird.
00:02:34: Ja, dass dieser Song überhaupt das Licht der Welt erblickt.
00:02:37: Das verdank die Band einem ganz bestimmten Mann nämlich Derek Shulman von Adco Records.
00:02:43: Shulmann ist in der Branche damals ein ziemlich großer Star.
00:02:46: Er hat vorher schon unter anderem Bon Jovi und Cinderella Untervertrag genommen.
00:02:50: Schulman war früher selbst Sänger-Banner, total komplizierten britischen Prog Rockband namens Gentle Giant und als er das Demo von dem Song hört ist er sofort geflasht.
00:03:00: Und dieser extrem musikalische verschachtete Stil der gefällt ihm einfach total.
00:03:04: für die Band selbst war die Nummer zu dem Zeitpunkt eigentlich nur so ein ganz netter Track den man vielleicht mal irgendwann gebrauchen könnte.
00:03:12: aber Schulmen hört das demo und weiß sofort die Jungs die muss sich unbedingt zu meinem Label holen.
00:03:18: Glück gehabt, würde ich sagen.
00:03:19: Vorher müssen Sie aber noch aus Ihrem alten Labelvertrag raus und das machen sie auch.
00:03:23: da nehmen Sie ein ziemlich großes finanzielles Risiko in Kauf kaufen sich daraus Und ja dann werden sie von ADCO unter Vertrag genommen und dann kann es ja eigentlich auch schon direkt losgehen.
00:03:33: Kurz bevor die Aufnahmen dann für das Album losgehen, stößt dann auch endlich der kanadische Sänger James Labry zur Band.
00:03:40: Der Song ist zwar schon fertig geschrieben aber Labry drückt den Nummer sofort seinen eigenen persönlichen Stempel auf.
00:03:46: Hier erzählt Drama Mike Portneu kurz wie er auf das neue Bandmitglied reagiert hat.
00:03:51: Er
00:03:51: hat einen tollen
00:03:54: Stimme
00:03:56: und schaut, er ist ein Asshole.
00:04:00: Wir fliehen ihm
00:04:09: an und er ist cool!
00:04:13: Er hat uns mitgekommen.
00:04:16: Ja, James geht ins Studio und sagt dem Tontechniker ich will meiner Stimme so das ganz tiefe kratzige Rauchige geben.
00:04:24: Und der tüftelt solange an den Reglern rum bis sein Gesang im Refrain diesen herrlichen dreckigen Sound bekommt.
00:04:30: Generell kann James Labry bei Dream Theater zum allererst mal in seiner Karriere seine ganze Bandbreite zum Besten geben!
00:04:36: Abgesehen von dem neuen Gesang bleibt das Song eigentlich genauso wie er im Keller geschrieben wurde, bis auf eine Ausnahme im Mittelteil.
00:04:43: Gitarist John Petrucci hat der ursprünglich ein total abgefahrenes klassisches angehauchtes Solo eingebaut.
00:04:50: Als sie die Nummer dann in Studio einspielen merken sie aber plötzlich – puh das funktioniert überhaupt nicht!
00:04:54: Das nimmt den Song irgendwie den Fluss.
00:04:56: also werfen Sie das Solo kurz an wieder raus Weil das war viel zu schade für die Tonnes, heben sie es auf und machen daraus ein paar Jahre später den kompletten Instrumental-Song Aerotomania auf ihrem nächsten Album.
00:05:10: Und die Aufnahmen im Studio waren für die Band alles andere als ein Spaziergang.
00:05:15: Sie arbeiteten mit dem Produzenten David Prater zusammen und zwischen ihm und der Band krachte es hin und wieder dann auch mal ordentlich.
00:05:23: Die Jungs sind absolute Perfektionisten und wollten einen sehr natürlichen ehrlichen Sound.
00:05:29: steht auf diesen typischen hochglanzpolierten Sound der damaligen Zeit, ist ja auch klar dass sie in dem Moment wirklich alles da reinwerfen weil das ist ja ihre letzte Chance.
00:05:38: Tja und besonders heftig erwischt es dann den Schlagzeuger Mike Portnoy.
00:05:41: Der Produzent verpasst Portnois Snare Drums einen künstlichen elektronischem Sound.
00:05:47: Er triggert das Schlagzeuge im Nachhinein.
00:05:50: Portnoy hasst diesen Sound bis heute, wie die Pest und an Interviews oft gesagt, wie unglücklicher damals damit war.
00:05:56: Aber trotz des ganzen Softs im Studio passiert bei diesem Song etwas Magisches!
00:06:01: Die Band schafft es hatte Heavy Metal Riffs mit wunderschönen fast schon poppigen Keyboard Melodien zu kreieren – das Ganze klingt unglaublich wuchtig aber man kann es trotzdem mitsingen….
00:06:11: Der Anfang könnte eigentlich auch vom Metalliker stammen ….
00:06:14: aber dann kommt der typische Dream Theater Proc Metal durch.
00:06:18: Ja, und dann geht dieser ganze Song eben über acht Minuten.
00:06:21: Und dann ist er ziemlich abrupt zu Ende!
00:06:24: Das ist wirklich... als hätte man einfach eine Schere genommen und das Tape einfach abgeschnitten.
00:06:29: Er wird nicht langsam leiser oder endet irgendwie mit noch einem Knall von dem Schlagzeug.
00:06:34: Der hört einfach auf.
00:06:35: Und das ist das erste Mal was ziemlich besonderes.
00:06:37: aber es ist tatsächlich ein bisschen aus der Not heraus entstanden denn Drama Mike Portnoy hat mal erzählt dass sie eigentlich nicht so richtig wussten, wie sie den Song beenden sollen.
00:06:46: Also haben Sie sich an I Want You She's So Heavy von den Beatles orientiert als ob man einfach den Stecker hinten außer Anlage rausgezogen
00:06:54: hätte.".
00:06:55: Den Songtext hat damals übrigens der Keyboarder Kevin Moore geschrieben und der hatte die Zeit nicht einfach mal ebenso aus den Fingern gesaugt sondern hat sich von einem absoluten Klassiker inspirieren lassen.
00:07:06: Shakespeare kommt hier ins Spiel!
00:07:08: Sein Hamlet.
00:07:10: Wenn man genau hinhört, merkt man sofort wie der Text Hamlets inneren Kampf einfängt.
00:07:14: Dieses Gefühl von den eigenen Pflichten der Rache und dem Leben komplett erdrückt zu werden.
00:07:21: Genau daher kommt auch die Zeile Pull Me Under I'm Not Afraid also ziemlich runter.
00:07:27: ich habe keine Angst.
00:07:28: ein verdammt düsterer Song über das Thema Vergänglichkeit.
00:07:32: So und jetzt kommt der eigentliche Geniestreich an dem Ganzen.
00:07:35: Ganz am Ende singt James LaBrie die Zeilen, oh let me out hier!
00:07:39: Und das ist so ganz zärtralisch gemacht.
00:07:41: Und genau in diesem Moment bricht der Song eben mitten im fettesten Riff ab.
00:07:45: Kein sanftes Ausfäden, kein runder Abschluss einfach direkt absolute Stille.
00:07:50: Dream Theater wollten damit den plötzlichen Tod symbolisieren, der das Leben von einer Sekunde auf die andere beendet.
00:07:57: als die Chefs der Plattenfirma das zum ersten Mal gehört haben.
00:08:01: Dachten sie ernsthaft, dass Tonband sei einfach kaputt?
00:08:04: Kann ich mir auch gut vorstellen!
00:08:05: Aber nee... Das war eben pure Absicht.
00:08:08: Also alles steuert darauf hin, dass der Song in der Szene selbst Erfolg hat weil er ist so kompliziert und langen und nischig.
00:08:16: aber der Erfolg geht ja über die Grenzen des Prog-Metal hinaus.
00:08:20: Das Verrückte es ja, die Plattenfirma bringt das Album raus macht aber eigentlich überhaupt keine Werbung dafür.
00:08:26: Doch plötzlich, da fangen so ein paar Radiosender in den USA an den Song zu spielen.
00:08:30: Und die Hörer, die feiern ihn und wünschen sich die Nummer immer und immer wieder, der und das Label merkt was da gerade passiert... ...und schneidet den Song für das Radio von acht Minuten auf knapp vierinhalb Minuten runter.
00:08:42: Ja umwas braucht man Anfang der Neunziger?
00:08:44: Für einen richtigen Hit natürlichen Musikvideo!
00:08:47: Das wird damals auch gedreht unter ziemlich ja Günstigen Verhältnissen, würde ich sagen.
00:08:53: Man sieht die Band in einem alten düsteren Hausperform.
00:08:56: dazwischen gibt es ein paar mystische Szenen wie aus nem Horrorfilm so bisschen und ein brennendes Herz als Symbol.
00:09:02: Und das Video landet dann auf MTV In der absoluten Dauerschleife.
00:09:06: Plötzlich stehen die Jungs, die eigentlich ja viel zu komplizierten Prog-Mettel machen Neben Popstars in den Top Ten der Rockcharts.
00:09:13: Das ist für die aber auch was ganz Neues.
00:09:16: Es war der totale Wendepunkt, der die Band über Nacht dann weltberühmt gemacht hat.
00:09:21: Das Album Images in Words erreicht dadurch Goldstatus und der Song blieb der einzig echte weltweite Mainstream-Rocket der Band.
00:09:30: Dream Theater hat das später selbst mit einer Menge Humor genommen.
00:09:34: als sie sich im Jahr zum ersten Mal ihre Best of Platte herausgebracht haben, nannten sie das Album Augenzwingkant Greatest Hit and Twenty One Other Pretty Cool Songs.
00:09:43: Schlagzeuger Mike Portnoy hat selbst ganz gut zusammengefasst, was das Album Images in Words und auch der Song Pull Me Under für die Band bedeutet.
00:09:51: Hören wir mal kurz rein.
00:09:56: Wir dachten uns vielleicht wird es etwas erfolgreicher als When Dream and Day Unite Vielleicht machen wir ein Video oder eine kleine Tour.
00:10:02: Aber es hat alle unsere Erwartungen übertroffen.
00:10:05: Es hat uns alle Türen geöffnet Und das Fundament viel alles gelegt Was wir danach gemacht
00:10:09: haben.
00:10:11: Das lässt sich am Ende sagen, mit diesem Song haben sie bewiesen dass man auch mit anspruchsvoller komplexer Musik im Mainstream landen kann.
00:10:18: Wenn das Gefühl stimmt die Nummer hat der Band das über Leben gesichert und die Basis für eine Karriere geschaffen die jetzt schon über vier Jahrzehnte andauert.
00:10:27: Obwohl sie danach nie wieder so einen großen Radio hit hatten, ist das den Fans völlig wurscht?
00:10:32: Schaut man mal bei Settlist FM vorbei sieht man dass der Track mit über neunhundertfünfzig auftrittende absolute Spitzenreiter bei ihren Konzerten ist!
00:10:40: Die Fans wollen diese Nummer einfach immer wieder hören.
00:10:44: Ja manchmal gibt man eben doch wenn man gegen alle Regeln
00:10:47: spielt... Bekommt ihr jederzeit in der MyBob App und
00:10:57: überall, wo
00:10:58: es Podcasts gibt.
00:10:59: Und die
00:11:00: geballte Ladung
00:11:01: an Rocksongs gibt's nonstop in den
00:11:04: über-sechzig Rockstreams!
00:11:06: In der App und auf radiobob.de.
00:11:09: Radio Bob
00:11:10: Deutschlands
00:11:11: Rockradio.