00:00:00: Wir besprechen heute ein Song, der ein schönes Beispiel dafür ist wie sehr der erste Eindruck täuschen kann.
00:00:05: Klingt erst mal nach einem ziemlich mächtigen, ziemlich direkten Rock-Song.
00:00:09: Wenn man den Song dann aber auseinander baut wird es schnell ziemlich schräg.
00:00:13: das Riff kommt vom Bassisten Der Rhythmus macht selbst der Band Probleme und Jimmy Page nimmt seine Gitarre auf eine Art auf die man bei diesem Sound wahrscheinlich nicht erwarten würde.
00:00:24: Ja, genau.
00:00:25: Es geht um Led Zeppelin und Black Dog!
00:00:28: Ich bin Carsten Weyers...
00:00:30: ...und ich bin Lara Barnsen.
00:00:31: Die größten Rock-Songs Stories zu den Hymnend.
00:00:37: Ihr
00:00:37: hört einen
00:00:38: Original-Podcast von Radio
00:00:40: Bob Deutschlands
00:00:42: Rock-Radio.
00:00:44: Wir springen zunächst mal in der Zeit, wir sind im Winter.
00:00:49: In den letzten Jahren haben die Musikpresse aber trotzdem nicht so richtig warm, vor allem Jimmy Page nervt es dass die Band trotz ihres Erfolgs von Kritikern immer noch als Hype Abgetan wird.
00:01:06: Beim vierten Album zieht ihr daraus eine ziemlich selbstbewusste Konsequenz, auf dem Cover stehen weder Led Zepplin noch ein normaler Albumtitel stattdessen vier Symbole.
00:01:17: Peltz erklärt später das die Kritik an der Band bei dieser Entscheidung tatsächlich eine Rolle gespielt hat.
00:01:23: im Grunde sagt er damit nämlich wenn ihr wissen wollt wer wir sind hört euch unsere Platte einfach mal an.
00:01:29: ja aufgenommen wird an mehreren Orten damals.
00:01:32: Da sind zum einen die Island Studios in London.
00:01:35: und es gibt dann auch noch die Headlay Grange im Hampshire, ein altes Landhaus, in dem Led Zepplem mit den mobilen Studio der Rolling Stones gearbeitet haben.
00:01:45: Klar ist Jimmy Page produziert, Andy Jones sitzt als Toningenieur an in China-Stelle mit am Pult.
00:01:53: Hedwig Ranch ist dabei mehr als einfach nur ein anderer Aufnahmeort.
00:01:57: Es ist eben kein Studio, in dem um zehn Uhr die Uhr läuft und um sechs alle dann nach Hause fahren.
00:02:04: Die Band lebt dort zusammen – sie essen da, schlafen, Musik machen sie alles unter einem Dach.
00:02:11: Und wenn eine Idee da ist, dann kann man direkt weitermachen.
00:02:14: und genau das gefällt Jimmy Page.
00:02:16: Für die Aufnahmen steht draußen das mobile Studio der Rolling Stones bereit.
00:02:21: Da kann ich mir gut vorstellen!
00:02:22: Da wacht nachts einer auf uns an, ihr habt eine Idee!
00:02:24: Dann geht es los ins Studio.
00:02:27: Man kommt voran und Black Dog passt wirklich gut zu dieser Arbeitsweise denn fertig mitgebracht hat den Song niemand.
00:02:34: Am Anfang steht erst mal wie häufig ein Riff John Paul Jones.
00:02:40: Heute verbindet man diese Paratöne sofort mit Jimmy Page's Gitarre, die eigentliche Idee stammt aber vom Bassisten der Band.
00:02:47: Jones erzählt, dass ihm die Idee nach einer Probe bei Page kommt und er sie auf der Zugfahrt nach Hause festhält.
00:02:54: Herr John Paul-Jones sagt damals I wrote Black Dog on a train.
00:03:00: Zum Aufschreiben benutzt Jones ein Zahlensystem das ihm seinem Vater beigebracht hatte Er habe das Riff auf die Rückseite seines Zugtickets geschrieben.
00:03:13: Kann sein, Jones hat es tatsächlich mal so erzählt... Nur hat er sich später auch mal anders daran erinnert.
00:03:20: Also einmal war es ein Stück Papier, dann an anderer Stelle sogar sein eigener Arm.
00:03:25: Nach mehr als drei Jahrzehnten darf die Erinnerung ja aber auch so ein bisschen improvisiert werden ne?
00:03:30: Die Zugfahrt selbst ist jedenfalls gut dokumentiert!
00:03:33: Ja ich meine irgendwann verwischt sowas ja auch.
00:03:35: und bei der Frage woher die musikalische Idee kommt korrigiert Jones später seine eigene Erinnerungen denn zunächst nennt er mal die Waters und das Album Electric Mud.
00:03:45: Später sagt er, eigentlich habe er Howling Wolves Smoke Stack Lightning gemeint.
00:03:51: Also wir können festhalten es ist auf jeden Fall mal eine Blues-Nummer und gar nicht weil er dessen Drift kopieren wollte.
00:03:57: ihn interessierte viel mehr dieses kreisende Prinzip von Howling Wolf also ein Drif das immer weiter läuft und sich quasi selbst wieder von vorne anschiebt.
00:04:08: Genau da fängt der Spaß an.
00:04:10: Jones baut das Ganze nämlich so, dass man ständig das Gefühl bekommt gleich kippt das Riff vom Beat runter.
00:04:16: Tut es aber nicht!
00:04:17: Für einen Teil beschreibt er später eine Vier-anhalb Schläge lange Figur.
00:04:22: Wiederholt man die verschiebt sie sich jedes Mal um eine halbe Zählzeit gegenüber dem Grundpuls.
00:04:29: Hören kann man den Effekt sofort, das Riff rollt irgendwie schief und trotzdem nach vorne.
00:04:35: klingt wie kompliziert aber so
00:04:38: halt!
00:04:39: Das Problem ist dann tatsächlich dabei dass auch Led Zeppelin erstmal herausfinden müssen wie man das Ganze eigentlich zu volllässig zusammen spielen kann.
00:04:47: eine frühe Version hat noch komplizierte Betonungen die werden dann später vereinfacht und John Bonham macht etwas das für diesen Song extrem wichtig.
00:04:58: Er weigert sich gewissermaßen, sich vom Riff verrückt machen zu lassen.
00:05:02: Jones beschreibt sein Schlagzeugspiel als For To The Bar.
00:05:06: Bonham hält also den Pulze ganz stur während um ihn herum alles zu verrutschen scheint.
00:05:13: Das ist wahrscheinlich das schönste Bild für den Song!
00:05:16: Das Riff darf stäubern weil Bonhem nicht stäubert.
00:05:21: Ja und jetzt haben sie ein großer Tickets Riff Nur noch keinen fertigen Song.
00:05:26: Und da kommt Jimmy Pageens Spiel!
00:05:28: Seine Lösung ist dieses Call and Response-Prinzip, das Black Dog wirklich sofort erkennbar macht.
00:05:35: Plansinkt?
00:05:36: Pause – die Band antwortet.
00:05:38: Plantsinkt?!
00:05:39: Die Band antwortet wieder.
00:05:41: Als richtiger Bezugspunkt gilt hier Oh Well von Fleetwood Mac.
00:05:45: auch dort stehen Stimme und instrumentale Antwort deutlich gegeneinander.
00:05:49: Und plötzlich hat dieses komplizierte Riff Platz.
00:05:53: Planned muss nicht versuchen irgendwie darüber hinweg zu singen, Stimme und Band wechseln sich einfach ab.
00:06:00: Und bleibt dann also jetzt noch dieser Gitarrensound?
00:06:04: Wenn man Black Dog hört könnte man denken riesiger Verstärker ordentlich aufdrehen Mikrofon davor fertig.
00:06:12: nur So entsteht der charakteristische Riff-Sound gerade nicht.
00:06:16: Page führt seine Les Paul über eine Direct Box direkt in ein Mikrofonkanal des Mischpuls, den Vorverstärker fährt er so heiß dass er zur Verzerrung beiträgt.
00:06:29: dahinter hängen dann zwei Kompressoren in Reihe.
00:06:33: Auf diese Idee muss man erst mal kommen, ne?
00:06:35: Und Page nimmt den Part dann mehr vorauf.
00:06:38: Diese Spuren zusammen ergeben diesen seltsam dichten fast künstlichen Klang.
00:06:43: Er sagt selber später mal dazu das Habe für ihn beinahe etwas von einem analogen Synthesizer.
00:06:50: und auch John Paul Jones verändert für Black Dog sein Sound.
00:06:54: Den Bass spielt er nämlich mit Plektrum härter im Anschlag aggressiver ein bisschen metallischer.
00:07:00: bei diesem riff passt das ziemlich gut.
00:07:03: Ja und nach all dem musikalischen, rhythmischen und technischen Aufwand könnte man jetzt natürlich einen ähnlich komplizierten Text erwarten.
00:07:12: aber nein!
00:07:13: Robert Plant macht es ziemlich direkt.
00:07:15: der Text steht klar in einer Blustradition Sexuelles Begehren körperliche Anziehung große Sprüche Und auf der anderen Seite Misstrauen und schlechte Erfahrungen mit Beziehungen.
00:07:27: Eine richtige Geschichte erzählt Black Dog nicht.
00:07:30: Da ist eine Frau, die der Erzähler unbedingt will.
00:07:33: Dann geht es um eine andere, die sein Geld ausgibt und ihn offenbar ziemlich schlecht aussehen lässt.
00:07:40: Irgendwann landet er bei der Vorstellung einer Frau auf die er sich tatsächlich verlassen
00:07:45: kann.".
00:07:46: Also eher ein Blues-Baukastensystem als ne Kurzgeschichte, Lustfrustsehnsuchtangeberei?
00:07:54: Und jetzt kommt da noch der schwarze Hund dazu!
00:07:57: Ja, aber der fehlt allerdings komplett im Text.
00:08:00: Denn der Titel hat mit Plans Geschichte überhaupt gar nicht zu tun!
00:08:04: Rund um Hadley Grange läuft damals nämlich ein älterer schwarzer Hund herum – die Band kennt offenbar noch nicht mehr seinen Namen.
00:08:11: Jimmy Page und John Paul Jones erzählen später beide von diesem Tier und ja genau daher kommt auch der Titels.
00:08:18: Also der Hund war da, aber das war's noch.
00:08:20: Was fast ein bisschen enttäuschend banal ist, wenn man bedenkt wie viel Mystik Led Zepplen ja sonst gerne mal in ihre Texte reinlegen.
00:08:29: Jimmy Page's Interesse an occulter Symbolik ist gut dokumentiert.
00:08:33: Das vierte Album hat nicht einmal einen normalen Titel sondern diese vier berühmten Symbole.
00:08:38: Da wäre ein geheimnisvoller Black Dog natürlich die perfekte Projektionsfläche.
00:08:43: Aber nein, in diesem Fall ist ein schwarzer Hund einfach eben dieser Schwarze und der darum gelaufen ist!
00:08:51: Und vielleicht ist gerade dieser Gegensatz auch ganz interessant?
00:08:53: Der Text ist nämlich bewusst direkt und stellenweise ziemlich eindeutig Macho Blues der frühen Siebziger.
00:08:59: Die Rafinesse des Songs steckt woanders – nämlich eben in der Musik.
00:09:04: Soviel zum Sound.
00:09:05: gucken wir uns jetzt mal die visuelle Umsetzung an.
00:09:08: Ein klassisches Musikvideo gibt es natürlich nicht, ich meine das war neunzehnteinundsiebzig.
00:09:14: Da gab's noch kein MTV!
00:09:16: Die Ära kommt ja erst später.
00:09:17: Die wichtigen Filmaufnahmen des Songs entstehen deshalb wie bei vielen Videos aus der Zeit auch auf der Bühne was bei Black Dog ziemlich gut funktioniert weil man dieses hin und her zwischen plant und der Band dort nicht nur hört sondern auch sieht.
00:09:32: Eine der wichtigsten Fassungen stammt aus dem Juli-Dreien-Siebzig.
00:09:36: Led Zeppelin spielen mehrere Armde im Madison Square Garden in New York und die Konzerte werden mit thirty fünf Millimeter Kameras gefilmt.
00:09:45: Joe Massett ist als Regisseur an den Projekt beteiligt, erdie Cramer kümmert sich um die mobile Tonaufnahme.
00:09:53: Black Dog ist im Set und landet später im Konzerthilm.
00:09:57: The Song Remains the Same.
00:09:59: Drei Jahre später sorgt dann genau dieses Material für einen kleinen historischen Moment.
00:10:05: In den USA zeigt Don Kirschner's Rock Concert einen Ausschnitt aus dem Film Black Dog und einen Teil von Dazed and Confused.
00:10:16: Und das war die erste Led Zeppelin Performance überhaupt im Fernsehen, zumindest stand das damals so in der Pressemitteilung.
00:10:25: aber... Für eine Band dieser Größe ist es schon bemerkenswert, wie lange Led Zepplenes geschafft haben überhaupt sich auf dem Fernsehen rauszuhalten.
00:10:32: Und dann springen wir mal vierunddreißig Jahre nach vorne zum zehnten Dezember.
00:10:36: zwei tausend sieben O-Too Arena, London.
00:10:40: Jimmy Page, Robert Plant und John Paul Jones stehen wieder gemeinsam auf der Bühne.
00:10:44: am Schlagzeug sitzt Jason Bonham, der Sohn von Jon Bonham.
00:10:48: Black Dog kommt schon als dritter Song des Abends – das Konzert wird später dann als Celebration Day veröffentlicht!
00:10:55: Regie führt Dick Carruthers und Black Dog gibt es daraus auch als offizielles Video.
00:11:07: offiziell unbenannte Led Zeppelin-Album und Black Dog darf die Platte eröffnen.
00:11:13: Danach kommen dann noch unter anderem Rock'n Roll, The Battle of Evermore oder auch Stairway to Heaven.
00:11:19: Und schon diese Titel zeigen eigentlich ganz gut wie breit dieses Album aufgestellt ist.
00:11:23: Ja, Black Dog fällt damals durchaus auf.
00:11:26: ein britisches Musikmagazin schreibt im November Der Song sei eine Weiterentwicklung dieses wuchtigen Led Zeppelin Markenzeichen-Sounds.
00:11:36: Und bei der Konkurrenz fällt das Urteil auch ziemlich eindeutig aus, Led Zeppen seien ihren nächsten Nachahmern Lichtjahre voraus!
00:11:45: Der Song schafft es bis auf Platz fünfzehn der Billboard Hot One Hundred – damit ist es der dritte Top-Twenty-Hit von Led Zeplin in den USA.
00:11:54: Und auch auf der Bühne bleibt das Song natürlich lange dabei.
00:11:57: Da merkt man, wie clever einfach diese Call-and-Response Idee ist plant hat Raum mit seinen Gesangszeilen zu spielen und wenn er fertig ist kommt die Band wie eine Wand zurück!
00:12:08: Ja und genau deshalb ist Black Dog auch zurecht eine echte Rock-Hymne, denn man merkt diesen Song ja die ganze Arbeit kaum an, die da drin steckt.
00:12:18: Diese ziemlich eigenwillige rhythmische Idee!
00:12:21: Und ja die Band muss das Ganze dann erstmal vereinwachen.
00:12:24: Page baut eine Songform Bonham Hater's ganze zusammen.
00:12:29: im Studio wird am Gitarrensound gebastelt und wenn man die fertige Aufnahme hört klingt nichts davon angestrengt.
00:12:35: Ja, es klingt einfach nach Led Zeppelin
00:12:38: aber
00:12:38: eben ein bisschen weiterentwickelt.
00:12:40: Ein Song der viel komplizierter ist als er sich anhört und genau deshalb so verdammt gut rollt!
00:12:55: Und die geballte Ladung an Rock-Songs gibt's nonstop
00:13:01: in den
00:13:01: über sechzig
00:13:03: Rockstreams.
00:13:04: In der
00:13:04: App und auf radiobob.de.
00:13:06: Radio Bob, Deutschlands Rockradio.