00:00:00: Heute geht es um einen Song, der eigentlich gegen alle klassischen Erfolgsregeln verstößt.
00:00:05: Er kommt in Deutschland gerade mal auf Platz drei und neunzig der Singlecharts.
00:00:09: Der Text dreht sich um Sommer, Strand, kaltes Bier und den Kater am nächsten Morgen.
00:00:15: Und an der wahrscheinlich bekanntesten Stelle des Songs wird nicht mehr richtig gesungen sondern einfach nur... Und trotzdem entwickelt sich genau aus diesem Song über die Jahre hinweg eine echte Live-Hymne.
00:00:31: Außerdem erscheint er in einer Phase, in der sich für die Band fast alles verändert – Neuer Name, neues Album und dazu der Sound, für den Electric Callboy heute weltweit bekannt sind!
00:00:42: Moin Ich bin Alex Beck.
00:00:44: Und ich bin Laura Scheinberg, ihr habt es wahrscheinlich gerade schon gedacht!
00:00:47: Heute geht's um We Got The Moves von Electric Callboy bzw zum Veröffentlichungszeitpunkt noch Eskimo Callboy.
00:00:55: Wir schauen uns an wie der Song entstanden ist warum er so gut funktioniert und weshalb er bis heute zu den wichtigsten Stücken der Band gehört.
00:01:10: Ihr hört einen Original-Podcast von Radio Bob, Deutschlands Rockradio.
00:01:17: Laura!
00:01:18: Wenn man sich mal so die nackten Zahlen anschaut, könnte man den Song wie gesagt ziemlich unterschätzen.
00:01:24: We Got The Moves erscheint am dritten September, und steigt wenige Tage später auf Platz three und neunzig der deutschen Single Charts ein.
00:01:33: Das klingt natürlich jetzt erstmal nach nicht so dem Riesenhit aber vielleicht ist ja genau auch das was den Song so spannend macht Denn heute dürfte er für viele Fans deutlich bekannter sein, als so mancher Titel der damals wesentlich höher in den Charts gestanden hat.
00:01:46: Und das liegt vor allem daran, dass der Song einfach über die Jahre immer größer geworden ist.
00:01:52: Das Musikvideo wurde millionenfach geklickt Die Band spielt den Song inzwischen eigentlich immer live und irgendwann gehört We Got The Moves einfach fest zu fast jedem Electric Callboy-Konzert dazu.
00:02:04: Also man kann sagen...die Charts erzählen hier nur den Anfang der Geschichte.
00:02:08: Der richtige Erfolg kommt erst danach.
00:02:11: Wir sollten hier auf jeden Fall auch nochmal über den Zeitpunkt der Veröffentlichung sprechen, denn als die Single erschien du hast es gerade gesagt hießt die Band offiziell noch Eskimo Callboy.
00:02:21: Ersten gutes halbes Jahr später also im März-Zweißen-Zweiundzwanzig entscheidet sich dann die Band für den neuen Namen Electric Call Boy Und wenn dann im September, ihr Album Techno erscheint steht dort schon auf dem Cover der neue Bandname.
00:02:37: Rückblickend wirkt We Got The Moves fast wie so ein Bindeglied zwischen diesen zwei Kapiteln in der Bandgeschichte.
00:02:42: zwar noch der alte Name aber musikalisch ist eigentlich schon alles da was Electric Callboy heute ausmacht.
00:02:49: Metalcore trifft auf elektronische Dance Beats.
00:02:52: dazu kommt eine Menge Humor einen extrem eingängigen Refrain und ein Musikvideo das man nach einmal anschauen nicht wieder vergisst.
00:03:00: Zum Musikvideo kommen wir gleich noch mal, aber schauen wir uns erst einmal so ein bisschen die Entstehung an.
00:03:05: wo steht die Band da gerade?
00:03:15: Und hat auch gezeigt dass diese bekannte Mischungen für die Elektrikäuber stehen also Metal, EDM und diese Selbstironie einfach hervorragend funktioniert.
00:03:25: We Got The Moves knüpft daran nahtlos an.
00:03:27: Kevin Ratajac beschreibt den Song damals selbst als Energie geladen und schnell also ein Track, der die Leute sofort in Bewegung bringen soll.
00:03:35: Und das macht er ja auch bei Konzerten vor allen Dingen.
00:03:38: Außerdem bezeichnet er ihn als die erste Single des kommenden Albums und als den perfekten Startschuss für alles was danach folgen sollte!
00:03:46: Wenn man das so hört kann man eigentlich nur sagen dass trifft es eigentlich genau auf dem Kopf.
00:03:50: Ja, das stimmt.
00:03:51: Zwischen der Single und dem Album vergeht nämlich noch mehr als ein Jahr – in der Zeit wächst die Band immer weiter, spielt immer größere Shows und bereitet schließlich das Album Techno vor!
00:04:02: Rückblickend merkt man dass We Got The Moves viele der Zutaten schon erhält, die später eben auch das ganze Album prägen.
00:04:09: nicht weil der Song irgendwie alles neu macht oder so sondern weil er den Stil dieser Phase vielleicht besser auf den Punkt bringt als kaum einen anderer Titel.
00:04:18: Interessant ist auch ein Blick auf die Credits.
00:04:21: Geschrieben wurde We Got The Moves von Daniel Harnes, Kevin Ratajak, Pascal Schillow und Nico Salach produziert haben.
00:04:28: Daniel, Pascal und Kevin das heißt die wichtigsten kreativen Entscheidungen lagen tatsächlich in den Händen der Band selbst.
00:04:35: Genau das hört man dem Song eben auch an.
00:04:38: Die Mischung aus harten Gitarren elektronischen Sounds, großen Melodien und dieser völlig überdrehten Energie wirkt nicht so als würde jemand versuchen möglichst radiotauglichen Metal zu bauen sondern eher so als hätte die Band genau den Sound gefunden auf den sie selbst Lust hatte.
00:04:55: Und damit lagen sie offensichtlich auch ganz schön richtig.
00:04:59: So ist es.
00:04:59: Denn obwohl We Got The Moves auf den ersten Blick wie so ein purer Party-Wahnsinn wirkt, steckt dahinter ein erstaunlich präzise gebauter Song.
00:05:07: und genau deshalb schauen wir jetzt mal nochmal kurz rein warum der Track musikalisch und textlich einfach so gut funktioniert.
00:05:13: Ja, wenn man sich den Songtext jetzt einfach mal ganz nüchtern durchließt dann stellt man fest er ist eigentlich erstaunlich simpel.
00:05:19: Es geht um Sonne, Strand, kaltes Bier, billigen Wein und den Kater am nächsten Morgen.
00:05:24: also keine komplizierte Geschichte und genau das soll wohl auch so sein.
00:05:29: Ja, und das braucht man auch manchmal einfach.
00:05:31: Wir brauchen nicht die achthundertvierzigste Liebesgeschichte.
00:05:33: Man darf auch mal ein bisschen auf die Kacke hauen.
00:05:35: Und der Song will eben keine Geschichte erzählen.
00:05:37: er beschreibt viel mehr dieses Gefühl dass wahrscheinlich viele von uns alle kennen Urlaub mit Freunden Festival Sommer völlig egal welcher Wochentag ist.
00:05:47: Hauptsache Die Stimmung passt.
00:05:48: bestes
00:05:49: Leben!
00:05:49: Das zieht der Song einfach perfekt durch und das finde ich das merkt man auch in jedem Takt vor dem Song.
00:05:55: Der will einfach Party machen, der will Spaß machen.
00:05:58: Da heißt es zum Beispiel, yesterday we drank too much let's do it again.
00:06:02: Also lasst uns noch mal machen genauso wie gestern oder We don't need no club all we need is the sun.
00:06:08: also am Strand liegen Sonne Sommer Sonnenschein
00:06:11: geil.
00:06:12: das ist ja keine tiefgründige Lebensphilosophie.
00:06:15: der Song lebt viel mehr davon einen Moment einzufangen den man am liebsten immer wieder wiederholen möchte.
00:06:20: und da schließe ich mich komplett an.
00:06:22: So, und dann kommt natürlich dieser Moment auf den eigentlich jeder wartet vor allen Dingen live.
00:06:27: Dann geht es wieder los mit...
00:06:28: Und
00:06:31: wenn man das nur liest, dann wirkt das ehrlich gesagt ein bisschen albern.
00:06:37: Ja ist es vielleicht auch aber eben das macht es auch aus.
00:06:40: an diesem punkt braucht der song nämlich gar keine sprache mehr völlig egal ob du deutsch sprichst englisch oder vielleicht auch nichts davon ganz egal.
00:06:48: sobald dieser part kommt ist nämlich völlig klar was jetzt passiert.
00:06:52: Ja, safe!
00:06:52: Und genau das ist auch der Grund warum der Song live einfach so gut funktioniert.
00:06:56: Du musst keine komplizierten Texte mitsingen man braucht keine Bildschirme mit Lyrics.
00:07:01: eigentlich reicht es wenn tausende Menschen gleichzeitig dieses eine Geräusch machen.
00:07:05: und genau dass passiert dann bei Electric Callboy Konzerten inzwischen ziemlich regelmäßig.
00:07:15: Und außerdem ist ja auch spannend, dass der Song beim ersten Hören irgendwie vielleicht so ein bisschen chaotisch klingt.
00:07:20: Man hört Gitarren, Synthesizer, Breakdowns, Popmelodien, Shouts und dann wieder elektronische Beats.
00:07:26: also da passiert einfach unfassbar viel!
00:07:29: Ja und trotzdem wirkt da irgendwie nichts zufällig.
00:07:32: die Band wechselt ganz bewusst zwischen harten Metalcore Passagen und fast schon Tanzbahndance Elementen.
00:07:38: Genau diese Mischung ist inzwischen so etwas wie ihre musikalische Visitenkarte geworden.
00:07:43: Dafür kennen wir Electric Callboy und We Got The Moves gehört definitiv zu den Songs, die diesen Stil besonders deutlich zeigen!
00:07:50: Und fast genauso wichtig wie der Song selbst?
00:07:53: Ist natürlich auch das Musikvideo.
00:07:55: du sagst.
00:07:56: Sagt das schon.
00:07:57: Das
00:07:58: erscheint am selben Tag wie die Single, also am dritten September.
00:08:01: einundzwanzig auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Band und bis heute gehört es zu den erfolgreichsten Videos von Electric Callboy.
00:08:08: wir sind jetzt Stand Juli.
00:08:10: zwei tausend sechsund zwanzig Und es wurde unfassbare siebenundsiebzig Millionen mal geklickt ist schonmal eine Zahl!
00:08:17: Das ist ne Marke und wer das Video kennt er weiß auch warum da so viel geklückt wird denn man vergisst es so schnell nicht.
00:08:23: Es ist geprägt von bunten Trainingsanzügen, achtziger Jahre per Rücken dem Strand, Fitnessübungen und überzeichneten Tanzszenen.
00:08:30: Und zwischendurch sieht man immer wieder die Band, die komplett ernst metal spielt.
00:08:34: also genau diese beiden gegen Pole werden auch im Musikvideo wieder gespiegelt und diese Mischung aus ja völlig ihr Übertreibung und musikalischer Präzision ist ja typisch für Electric Callboy
00:08:45: Auf jeden Fall.
00:08:46: Kevin Ratajchak hat das Video damals sogar ausdrücklich als ein selbstgemachtes Video beschrieben und das merkt man eben auch, der Humor wirkt nicht, als wäre er aus irgendeiner Werbeagentur irgendwie ausgedacht sondern eher wie so eine Idee die aus der Band selbst kommt mit dem eigenen Humor Und das macht den Clip bis heute auch so sympathisch.
00:09:06: Ja bei Electric Callboy ist das Video nie nur Werbung für den Song Sondern es gehört zum Gesamtkonzept dazu.
00:09:12: Das ist ja auch bei Electric.
00:09:15: Ja, was Besonderes auch in der Musikbranche.
00:09:17: Die sind ja wirklich self-made also die produzieren ja auch alles selber und sie kümmern sich auch um ihren eigenen Merch und das Eskalationfest.
00:09:25: Also die sind da wirklich das alles ein großer Teil von ihrem Gesamtkonzept.
00:09:29: Und ich glaube ehrlich gesagt würde man We Got The Moves nur hören ohne jemals das Musikvideo dazu gesehen zu haben.
00:09:35: Da würde dem Song ein gutes Stück seiner Identität einfach fehlen Da
00:09:38: stimmt.
00:09:39: Wir haben ja schon gesagt, die Erfolgsgeschichte von dem Song ist recht unspektakulär.
00:09:44: auf den ersten Blick nur Platz drei und neunzig in den deutschen Singlecharts.
00:09:49: Das klingt jetzt erstmal nicht so nach einem Song der Jahre später fest zu jeder Live-Show dazugehört.
00:09:54: aber...
00:09:55: Aber genau das ist passiert.
00:09:57: Das Video wird millionenfach angesehen, wir sagen es schon!
00:10:00: Der Song entwickelt sich online immer weiter und landet schließlich auch im Live-Programm der Band.
00:10:06: Century Media schreibt später sogar dass We Got The Moves zeitweise rund zweihundertfünfzigtausend Streams pro Tag erreicht habe – ja, das ist die Angabe des Labels zeigt aber trotzdem ganz gut wie stark der Song über Streaming eben gewachsen ist.
00:10:24: Bedeutung der Sonnen bekommt mit Stand Juli, im Jahr für die Aufdritte von We Got The Moves durch Electric Callboy.
00:10:38: Damit gehört er ganz klar zu einem der meistgespielten Titeln in der Band und taucht regelmäßig auch am Ende der Show auf oder im Zugabe blockt.
00:10:46: Das spricht natürlich immer dafür dass es einer der besonderen Songs ist ja die sich die Fans wünschen.
00:10:51: Und ja, da kommt dann meistens die Show noch mal richtig in Fahrt.
00:10:54: Ja,
00:10:54: nochmal ein richtiges Highlight!
00:10:56: Dazu passt eben auch die Entwicklung der Band insgesamt.
00:11:00: Vorbeginn der Hyper-Hyper-Tour-.
00:11:01: Twenty-two und zwanzig waren bereits mehr als sechzigtausend Tickets verkauft.
00:11:06: Die Hallen wurden immer größer, die Touren internationaler... ...und We Got The Moves war von Anfang an Teil der Entwicklung.
00:11:13: Wenn man heute auf We Got the Moves schaut, dann versteht man eigentlich ganz gut warum der Song für Electric Callboy so wichtig geworden ist?
00:11:20: Da kommt einfach erstmals sehr vieles von dem zusammen, was die Band bis heute auch ausmacht.
00:11:26: Und das sind eben harte Gitarren, elektronische Beats und jede Menge Humor!
00:11:31: Das ist das Electric Callboy Dreieck.
00:11:35: Ein Musikvideo mit hohem Wiedererkennungswert darf natürlich auch nicht fehlen und ein Referent den wahrscheinlich jeder nach wenigen Sekunden schon mitsingen kann, dass ja es eigentlich immer auch ein Party Garant oder besser gesagt Mitgröllen kann man den natürlich auch.
00:11:53: Ganz genau und vielleicht ist das ja auch das größte Kompliment, dass man einem Song machen kann.
00:11:58: Dass er Jahre nach seiner Veröffentlichung immer noch genau das schafft was Kevin damals angekündigt hat!
00:12:04: Er bringt Menschen dazu nicht zu bewegen.
00:12:17: Bekommt ihr!
00:12:18: Jederzeit in der MyBob App und überall, wo es Podcasts gibt.
00:12:22: Und die geballte Ladung an Rocksongs gibt's nonstop in den über-sechzig Rockstreams In der App und auf radiobob.de.
00:12:31: Radio Bob Deutschlands Rock Radio.