00:00:00: Grunge trifft Heavy Metal.
00:00:01: Damit kann man Allison Chains wahrscheinlich am besten beschreiben.
00:00:04: und heute geht's um ein Song, der dumpf und bedrohlich daherkommt.
00:00:08: Der Basslauf zieht einen sofort in die Dunkelheit hinab, inspiriert vom tragischen Tod eines gemeinsamen Freundes.
00:00:15: Straßenschlachten und Drogenausflüchte sind auch mit dabei!
00:00:18: Wir klären euch auf... Ich bin Alex Speck
00:00:21: und ich bin Benny Zinke und heute wird es um Wood von Allison Chaines.
00:00:28: Stories
00:00:29: zu den Hymnend.
00:00:33: Ja,
00:00:33: das ist
00:00:35: ja schon mal eine schöne Einleitung gegeben.
00:00:41: Wir beam uns jetzt mal in die Zeit zurück als der Song erschienen oder entstanden ist.
00:00:47: Frühjahr zwei neunzig in Seattle.
00:00:49: Da braucht sich ein musikalischer Urknall zusammen.
00:00:52: da haben wir im Podcast auch schon drüber geredet.
00:00:54: Bands wie Nirvana und Pearl Jam mit überrollen gerade die weltweiten Charts und fegen den Glamm-Wettel der Achtziger einfach so ein bisschen davon weg.
00:01:03: Und während der Rest der Welt den Grunch-Halb feiert, da ist die Stimmung innerhalb der eigenen Szene von Seattle aber ziemlich düster und von Verlusten geprägt.
00:01:13: Alice and Chains, die wohl ja metallischste und härteste Band der Bewegung, steht gerade kurz vor ihren Aufnahmen zum zweiten Studioalbum!
00:01:21: Dirt, sie wollen keine gute Laune-Hymnen schreiben.
00:01:24: Sie wollen den Schmerz die Isolation und die hässliche Fratze der Abhängigkeit vertonen.
00:01:29: Und genau in diesem emotionalen Vakuum schreibt Gitarist Jerry Cantrell ein Song, der eigentlich für einen Hollywood Soundtrack gedacht ist – ja, der dann aber darüber weit hinaus wächst!
00:01:41: Wood, der wird zum Zentrum einer ganzen Generation und wie dieser epochale Song entstanden ist.
00:01:47: Und warum er die unheilvolle Zukunft der Band schon damals vorausgesagt hat?
00:01:52: Das schauen wir uns heute mal im Detail an!
00:01:54: So ist es.
00:01:54: Die Inspiration und Entstehung, eine Ode kann man sagen für Andrew Wood die Wurzeln vom Song Wood, die reichen zurück in das Jahr nineteenhundertneunzig.
00:02:03: der tragische Katolisator können wir mal sagen für den Song Ist Der Tod von Andrew Wood dem charismatischen Frontmann der Band Mother Love Bone aus der dann später eben Pearl Jam geworden sind.
00:02:14: Wood ist der Schilder des Sternen von Seattle ein enger Freund aller Musiker in der Stadt Und auch und das kommt noch hinzu der Mitbewohner eines gewissen Chris Connell.
00:02:24: Und nur wenige Tage vor der geplanten Veröffentlichung des Debütalbums seiner Band stirbt Wood, wie soll es anders sein an einer Überdosis-Heroin?
00:02:34: Sein Tod, der traumatisiert die ganze Musikszene von Seattle tief und man kann fast sagen dass dieser Moment ja ein Schlüsselmoment ist in der Seattleer Grunge Szene aus dem die Trauer in die Grunge Musik zurückgekehrt ist.
00:02:46: also das war schon auch ein hartes Brett und das war ja auch damals.
00:02:50: leider kann man sagen ja fast schon Gang und Gebe Da
00:02:53: müssen wir nur kurz rüber zu einer Warner-Blicken, da weiß auch jeder wie es ausgegangen ist.
00:02:57: Gitarreste.
00:02:58: Jerry Cantrell sitzt Monate später nach dem Tod dann später deprimiert zu Hause und verarbeitet eben den Verlust des Gitaristen und eines guten Freundes.
00:03:07: ihn quält nicht nur die Trauer um diesen verlorenen Freunden sondern vor allem auch die Reaktion der Öffentlichkeit die macht ihm richtig zu schaffen.
00:03:14: denn die Medien und die Leute die zeigen mit dem Finger auf Wut und verurteilen ihn für seine Sucht.
00:03:20: Und Kentrell schreibt den Song dann eben auch als wütende Reaktion auf diese für ihn ganz klar wahrgenommen, noch Heuchelei.
00:03:27: Mit Recht finde ich ja total.
00:03:28: Man kann ja dem Süchtigen da keinen Vorwurf machen.
00:03:31: Klar wird das in den Medien immer so aufgeblasen.
00:03:33: aber
00:03:34: und es ist Amerika Es ist Seattle Das ist ebenso.
00:03:37: diese Doppelmoral dieser Gesellschaft die damals auch schon zu Tage getreten ist findet sich daran absolut wieder.
00:03:43: Aber naja er is jetzt wütend und dann will er ein Denkmal setzen.
00:03:46: Er will eben ein Song schreiben, der gleichzeitig den Kritikern den Spiegel vorhält.
00:03:52: Und auch Andrew Wood einfach in die Köpfe der Leute reinholt und sagt, er ist halt krank gewesen.
00:03:58: Kommt damit mal klar!
00:03:59: Im Kern stellt der Song die Frage wer bist du das Du jetzt über das Leben eines anderen richtest?
00:04:04: Der Titel Wood-Fragezeichen ist dabei ja fast schon direktes Wortspiel mit dem Nachnamen seines verstorbenen Freundes also aus Wood sowie des Holz bei Andrew Wood wird Wood-fragezeichen Also würdest du?
00:04:17: schon sehr gut gemacht.
00:04:18: Die Aufnahme von Woody läuft dann zweigleisig ab, ursprünglich wird die Nummer nämlich in den London Bridge Studios in Seattle mit dem Produzenten Rick Parashaw für den Soundtrack des Kultfilms Singles von Cameron Crowe eingespielt.
00:04:31: Crowe liebte den Song so sehr dass er die Band sogar für einen Cameo Auftritt im Film verpflichtet und mit dem Geld das die Band vom Filmstudio bekommt finanzieren sie direkt die Demos für ihre nächsten Veröffentlichungen.
00:04:42: Und als die Band dann im Frühjahr, in die El Dorado Studios nach Burbank umzieht.
00:04:48: um die restlichen Songs von ihrem Album Dirt aufzunehmen, bricht um sie herum das totale Chaos aus.
00:04:54: Am ersten Aufnahmetag werden die Urteile im Fall Rodney King verkündet – ein Afroamerikaner der nach einer Verfolgungsjagd von mehreren Polizisten ohne Gegenwehr und unbewaffnet mit Knüppeln komplett zusammengeprügelt wird.
00:05:06: Die Polizistinnen landen dann zu Recht auf der Anklagebank, werden aber fast in allen Punkten freigesprochen.
00:05:13: Diese Ungerechtigkeit, die eskaliert dann am neunzwanzigsten April-Ninzehn-Zwei-Neunzig eben in Los Angeles.
00:05:18: Da brennt's richtig und das wird einer der schwersten Proteste gegen rassistische Polizeigewalt und soziale Ungerechtlichkeit in der Geschichte der USA.
00:05:26: Da ging's richtig ab!
00:05:26: Da war eine Woche richtig
00:05:28: Feuer.
00:05:28: Ja ich war zwölf Jahre alt du warst noch nicht geboren?
00:05:31: Ich weiß.
00:05:31: Und ich war damals in der sechsten oder siebten Klasse und da haben wir tatsächlich in der Schule drüber gesprochen Und das weiß ich noch, was da für Szenen zu sehen war.
00:05:40: und auch die Band bekommt diese gesamte Eskalation der Gewalt zu spüren.
00:05:46: Jerry Contrell ist nämlich tatsächlich gerade im Supermarkt Bier kaufen als ein plünderer den Laden stürmt.
00:05:51: Die Stadt brennt im wahrsten Sinne des Wortes.
00:05:53: Die Band sitzt fest sie sieht Menschen, die sich gegenseitig aus den Autos zerren und muss dann auch tatsächlich evakuiert werden.
00:06:01: Und zufällige Weise ist auch noch Slayer von Mann Tommy Araya in der Nähe und die und Alison Chains flüchten dann für vier Tage in die Joshua Tree-Wüste, um diesen Unruhen zu entkommen.
00:06:12: Bevor sie dann im Studio unter Extrembedingungen weitermachen können.
00:06:15: Das kann man sich vorstellen da kriegt man ja heute noch eine Gänsehaut obwohl man nicht dabei war.
00:06:19: aber dass das die Stimmung des Songs auf dem Album Dirt dann maßgeblich mitgeprägt hat, das ist ja so klar wie Bissearme der Kirche ne?
00:06:27: Das hätten sie sich, glaube ich auch alles ein bisschen anders vorgestellt eigentlich.
00:06:30: Das kannst
00:06:31: du ja nicht planen!
00:06:31: Das ist das
00:06:33: Weltpolizistisches Weltgeschehen und auf einmal musst Du Dein Beruf nachgehen wie andere sich in Ihrem Beruf auch irgendwie da Sorgen machen und beeinflusst sind so sind Künstler natürlich dann auch von nicht gefreit.
00:06:43: schon Wahnsinn.
00:06:44: Und Alice In Chains steht ja auch für politische Gerechtigkeit und bewegt sich ja auch vor allen Dingen viel in gesellschaftlichen Themen und deswegen passt es ja eigentlich fast schon tragischerweise ganz gut zusammen.
00:06:53: absolut Ja, und im Studio selbst beginnt dann auch noch der menschliche Zerfall.
00:06:57: Also draußen brennt's Innenbrenz.
00:06:59: Sänger Lanes Daly, der kurz zuvor ein Entzug abgebrochen hat.
00:07:03: Der rutscht während den Sessions wieder massiv zurück in die Heroinsucht.
00:07:06: Auch Drama Sean Kinney und Bassist Mike Starr kämpfen mit heftiger Alkohol- und Drogensucht.
00:07:11: Und Produzent Dave Jordan versucht jetzt verzweifelt diese Disziplin irgendwie zu wahren und die Gruppe beisammen zu halten.
00:07:18: Das ist aber ziemlich anstrengend für alle Beteiligten.
00:07:20: das kann sich glaube ich jeder vorstellen.
00:07:22: Ein Album aufzunehmen, alleine ist ja schon viel Arbeit mit längen Nächten verbunden und ordentlich kraftzehrend.
00:07:29: Alle wegkippen!
00:07:30: Das war die Zeit wo die Chili Peppers auch an keinem Heroin-Tütchen vorbeigekommen sind.
00:07:36: Es ist verrückt aber es hätte die Band da komplett auseinander dübeln können.
00:07:40: Haben
00:07:40: wir bei vielen anderen Vans gesehen.
00:07:42: In Motley Crew sind alle daran irgendwie Pearl Jam ja auch ...
00:07:45: Die wilden Neunzigern?
00:07:47: Da frage ich mich immer wie die das geschafft haben.
00:07:49: Komplett High diese Musik zu machen und diese unfassbar guten Songs zu schreiben.
00:07:55: Und dann auch noch eine Gitarre spielen zu können.
00:07:57: Wir werden das jetzt in keinem Feldversuch hier ausprobieren, Alex?
00:08:00: Nein!
00:08:01: Wir bleiben hier schön nüchtern.
00:08:03: Diese Drogensucht macht es fast unmöglich und sie geben aber trotzdem alles um das Album zu produzieren.
00:08:10: Ja musikalisch bricht Wut mit allen klassischen Songstrukturen der Populären Musik kann man sagen, also der Popmusik.
00:08:18: Der Track startet nicht mit einer Gitarre sondern mit diesem unvergesslichen und düsteren und fast schon hypnotischen Basslauch vom Mike Starr, der einen sofort in den Band zieht und er eben auffällt.
00:08:29: Jerry Cantrell übernimmt den sanften melancholischen Strophengesang während Lanes Daily den Referent übernimmt.
00:08:34: und das Zusammenspiel der beiden Stimmen dieser wehmütigen zweistimmigen Harmonien Das ist das absolute Markenzeichen der Band was da natürlich auch damals schon unglaublich hervorsteckend ist und typisch eben für die Band Alice and Chains.
00:08:48: Ganz genau, dafür sind sie bekannt!
00:08:50: Und der Text ist eben ein schmerzhaftes Meisterwehr könnte man fast schon sagen... Also wieder hinein in die Flut derselbe alte Trip wie damals.
00:09:02: Den könnte man als eine Metapher für den Rückfall in die Sucht verstehen.
00:09:06: Damit hatten sie auf jeden Fall viel zu arbeiten.
00:09:08: Gatschwell beschreibt damit die Hilflosigkeit, wenn man sieht wie ein geliebter Mensch immer wieder denselben Fehler macht und das vielleicht auch bezogen auf Drogenkonsum, Alkoholkonsuum.
00:09:18: Ja damals Anfang der Neunzige befinden wir uns da war es noch nicht klar aber Staley singt hier auch über seine eigenen Dämonen die ihn dann am fünften April, zwei Tausendzwei einholen.
00:09:28: Das muss man sich überlegen.
00:09:29: da ist er an einer Überdosis gestorben also hat seine Drogenprobleme einfach nie richtig in den Griff bekommen.
00:09:36: und damit bekommt dieser Song über den wir jetzt heute hier sprechen wird natürlich auch noch mal eine ganz andere Dimension und Bedeutung.
00:09:42: Ein bisschen Gänsehaut auf!
00:09:43: Ja, das
00:09:44: ist so viel Talent und so viel Schicksal vereint in dieser Band nicht nur in dieser band aber vor allem auch da und sie sind irgendwie nie ... ja Ich hab's eben gesagt, die Chili Peppers haben den Absprung noch geschafft.
00:09:56: Die waren eigentlich auch alle Klinische mal tot.
00:09:58: Aber die haben es dann irgendwie zu den Nullerjahren geschafft, doch ja ... Den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, ne wahrsten Sinne des Wortes.
00:10:05: bei Alison Chains beim Nirwana und anderen hats leider nicht hingehauen.
00:10:09: Blicken wir vielleicht noch mal kurz aufs Musikvideo von Wood.
00:10:13: Das wird im Sommer, nineteenhundertzehnundzeig veröffentlicht und schlägt dann auch direkt ein Wiener Bombe-Regie für einen Hollywoodgrößen Cameron Grove der auch den Film dazu gemacht hat.
00:10:23: Und Josh Taft!
00:10:25: Das Video gewinnt neunzehndreinneunzig völlig zurecht dem MTV Video Music Award für das beste Video aus einem Film.
00:10:32: Die Band performt den Song vor einer Wand aus riesigen, verwaschenen Fotografien und flackernden Projektoren.
00:10:38: Regisseur Josh Taft erinnert sich später daran wie unheimlich die Atmosphäre am Set war.
00:10:43: Er hat gespürt dass die Unschuld der Band genau in diesem Raum zu bröckeln begann.
00:10:48: Ja, was bleibt uns zum Schluss zu sagen?
00:10:50: Ich glaube es ist klar geworden mit Wood haben Allison Chains ein zeitloses Monument geschaffen.
00:10:54: Der Song war nicht nur das Sprungbrett für ihr Meisterwerk Album Dirt dass sich weltweit Millionen ververkaufte sondern es ist auch der ultimative Beweis dafür wie tiefgründig und ernsthaft Grunge sein konnte und von welchen Themen sich die Bands bedient haben.
00:11:10: Harte Themen gibt's ja quer durch die Bank bei allen.
00:11:13: Grunge-Bands aus der damaligen Zeit haben wir auch schon angesprochen, egal ob jetzt Alison Chains, Pearl Jam Soundgarten oder natürlich Nirvana.
00:11:20: Es ist ein unsterblicher Teil Musikgeschichte der uns aber auch daran erinnert wie nah Genie und tiefe Abgrund eben beinahe liegen können!
00:11:31: Und die geballte Ladung an Rocksongs gibt's nonstop in den
00:11:43: über-sechzig
00:11:44: Rockstreams.
00:11:45: In der
00:11:45: App und auf radiobob.de.
00:11:48: Radio Bob, Deutschlands Rockradio.