Die größten Rocksongs – Storys zu den Hymnen

Die größten Rocksongs – Storys zu den Hymnen

Transkript

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00:00:00: Ein treibendes Schlagzeug, Intro und der gnadenloses Synthesizer-Bass.

00:00:04: Jagen bis heute jeden auf die Tanzfläche!

00:00:08: Aber was Sie denn nicht wissen?

00:00:09: Dass der Mega-Hit Kormi von Blondie eigentlich für eine ganz andere Rock-Ikone geschrieben worden ist.

00:00:16: Die ihn aber wegen Knebelverträgen ablehnen musste.

00:00:18: Ja

00:00:19: und dass die Band im Studio so heftig streitet das der Produzent entnervt, das Handtuch wirft... Warum es eigentlich zwei Musikvideos gibt Das klären wir heute alles ab.

00:00:29: Also es lohnt sich auf jeden Fall, dran zu bleiben!

00:00:31: Ich bin Andreas Schmidt und

00:00:32: ich mit Lara Barsen

00:00:34: Die größtem

00:00:35: Rock

00:00:36: Songs

00:00:37: Stories Zu den Hümnen.

00:00:40: Ihr hört einen Original-Podcast von Radio

00:00:43: Bob Deutschlands Rock Radio.

00:00:47: Wir befinden uns im späten Jahr, die Musikwelt steht an einer totalen Zeitenwende.

00:00:52: Der glitzerne Disco Boom der Siebziger liegt nämlich in den letzten Zügen und der hohe kantige New Wave von Punk drängen aus dem Underground ins Rampenlicht.

00:01:02: Keine Band verkörpert diesen Spagat perfekter als Blondie aus New York.

00:01:07: Sie kommen direkt aus dem legendären Punk-Club, CBGB beweisen aber mit Heart of Glass gerade dass sie auch den Dancefloor beherrschen.

00:01:16: und genau in diesem Moment sucht Hollywood nach dem perfekten Sound für ein neues düsteres Kinojahrzehnt!

00:01:24: Regisseur Paul Schrader dreht gerade den neo-noir Streifen American Jigolo mit einem jungen Richard Gier in der Hauptrolle.

00:01:32: Für den Soundtrack engagiert er den unangefochtenen King of Disco, den italienischen Produzenten Giorgio Moroder.

00:01:39: Ja

00:01:40: was folgt ist das aufeinandertreffen zweierwelten?

00:01:42: Der klinisch perfekte Synthesizer Sound von Moroder Das trifft auf die ungezähmte New York Punk-Attitüde von Blondie.

00:01:51: Wie daraus in Rekordzeit ein Rock-Hymne wird, ist absolut irre!

00:01:55: Aber das Verrückte ist auch, Blondies sind gar nicht die erste Wahl für den Song.

00:01:59: Wenn man dieses mächtige Werk so hört, dann denkt man das gar nicht – schließlich wirkt die Nummer wie gemacht für diese Rock-Röhre.

00:02:05: aber die Geschichte Cormie beginnt tatsächlich mit einer riesigen Absage.

00:02:11: Musikproduzent Giorgio Moroda hat den Song im Kopf und eine ganz bestimmte Künstlerin als Wunschkandidatin, nämlich Stevie Nicks von Fleetwood Mac!

00:02:21: Er will dass sie die Melodie einsinkt und den Text schreibt.

00:02:25: Moroda schickt ihr dafür ein rohes Instrumental-Demo das zu diesem Zeitpunkt noch den Arbeitstitel Man Machine trägt.

00:02:33: Der Titel ist angelehnt an die mechanische, fast robothafte Natur des männlichen Hauptcharakters im Film.

00:02:39: Ostevi Nix muss schweren Herzens passen!

00:02:42: Sie unterschreibt nämlich gerade einen extremen restriktiven Exklusivvertrag bei Modern Records der jede Zusammenarbeit mit anderen Plattenfirmen und Produzenten wie eben Moroder strikt verbietet.

00:02:54: und kontaktiert Frontfrau Debbie Harry persönlich.

00:03:02: Für die Band ist es eine absolute Ehre, sie springen sofort auf die Chance an mit ihrem Helden Moroder zu arbeiten.

00:03:09: Wichtig ist aber zu betonen dass die Band mehr ist als eben nur von Frau Debbie Harry.

00:03:14: Hier ist es im Interviews immer wichtig zu beton'n das ihr ne Band sind bei der jedes Mitglied seinen Beitrag leistet wie sie's in einem gemeinsamen Interview mit Chris Deinmal erzählt

00:03:25: A Wild Showman, and he's Mr.

00:03:31: Mod.

00:03:31: We have Jimmy Destry who plays about six keyboards at once And he also writes a lot of our songs.

00:03:39: Nigel Harrison plays bass He's the tea bag He's an English Transplant And uh...he writes songs as well.

00:03:48: Franky Fonties plays wild man guitar.

00:04:08: Ja, also wirklich jeder ist wichtig.

00:04:09: Aber in diesem Fall von Call Me ist es eben doch die Frauenfrau, die sich zunächst der Nummer annimmt.

00:04:16: Debbie Harry bekommt das exakt gleiche Instrumentaldemo Man Machine vorgesetzt.

00:04:21: sie setzt dich zu Hause hin schaut sich eine Rohfassung des Films an und lässt sich komplett von der Eröffnungsszene inspirieren.

00:04:44: Ja, aber es wäre ja langweilig wenn von hier an dann alles glatt gehen würde.

00:04:48: Doch fangen wir einfach mal von vorne an und zwar bei den Aufnahmen.

00:04:51: im August neunundsebzig trifft sich die Band mit Giorgio Moroder in den Starlight Studios in Los Angeles um die Nummer aufzunehmen.

00:05:00: Und hier prallen Welten aufeinander dieses Projekt fast zum Scheitern bringen!

00:05:04: Moroder ist ein absoluter Kontrollfreak.

00:05:06: er arbeitet mit mathematischer Präzisionen, Klick-Tack genauen Synthesisern und erwartet auch eiserne Disziplin.

00:05:13: Auf der anderen Seite steht diese New Yorker Punkband, die es gewohnt ist im Studio zu jamm.

00:05:18: Zu experimentieren und auch mal chaotisch zu sein!

00:05:22: Moroda bringt seinen deutschen Stamm-Arranger und Keyboard-Zauberer Harold Foltermeier mit in die Sessions.

00:05:28: FolterMeier ist dann auch dieses legendäre elektronische Solo-Mittelteil des Songs Maas geschnattert einspielt doch innerhalb der Band Blondie brodelt das Gewaltig Der Volk hinterlässt Spuren.

00:05:40: Das Ego der einzelnen Musiker is riesig.

00:05:42: Gitterist Frank und Keyboarder Jimmy geraten während der Aufnahme permanent aneinander.

00:05:49: Es wird geschrien, gestritten und die Arbeit blockiert.

00:05:53: Giorgio Moroda, der eigentlich ein ganzes Album mit der Band produzieren wollte verliert komplett die Nerven.

00:05:59: Er bricht die Sessions dann nach dem einen Song auch schon ab, ruft das Management der Band an und kündigt frustriert mit den Worten er könne mit diesen Leuten nicht arbeiten.

00:06:09: Trotz des Chaos ist das Ergebnis, dass auf dem Band dann landet pure Magie.

00:06:15: Als Moroder die finale Gesangsspur von Debbie Harry hört weiß er sofort – Das hier wird eine weltweite Nummer eins und damit soll er auch recht behalten!

00:06:24: Der Song schafft es immerhin in den USA, UK und Kanada auf Platz Eins der Charts.

00:06:29: Und was den Song natürlich neben der Musik so prägt sind die Lyrics.

00:06:32: also schauen wir doch nochmal kurz auf den Text drauf.

00:06:35: Wir haben ja eben schon gesagt was Debbie Harry inspiriert hat.

00:06:39: Doch worum geht es eigentlich genau?

00:06:40: Wenn man sich die Lyrics von Cormy genauer anschaut, merkt man erst wie genial die Sängerin den Geist des Films eingefangen hat.

00:06:47: Der Text ist nämlich im Prinzip so eine luxuriöse Kontaktanzeige – sie schreibt ihn konsequent aus der Perspektive des Hauptcharakters Julian Kaye.

00:07:04: Es

00:07:18: geht um käufliche Liebe, die aber verdammt gut verpackt ist.

00:07:21: Aber wir hören es noch mal in ihren eigenen Worten!

00:07:40: Musikalisch ist der Track ein absolutes Powerhouse.

00:07:43: Es ist kein reiner Disco-Song und kein reine Rock Song, es ist der Prototyp des Dance Rocks.

00:07:49: Während Clem Burke am Schlagzeug einen unerbittlich treibenden Rockbeat trommelt, legt Moroder Schicht um Schicht an Synthesisern darüber.

00:07:58: Ein besonderer Clou von Debbie Harry, um die Internationalität und den weltmännischen Charakter des Gigalos im Film zu unterstreichen singt sie im hinteren Teil der Songs Die Zeile.

00:08:08: ruf mich an also Kormi nicht nur auf

00:08:10: Englisch

00:08:11: sondern auch auf Französisch oder auch auf Italienisch.

00:08:13: eine clevere Art dem Ganzen nochmal so ne besondere Note zu verleihen.

00:08:17: Zu KMD gibt es außerdem eine interessante Besonderheit, was die visuelle Umsetzung angeht.

00:08:23: Denn es existieren zwar völlig unterschiedliche Musikvideos – das erste offizielle Video ist so ein klassischer Soundtrack-Clip!

00:08:31: Man sieht Zusammenschnitte aus dem Film American Jigolo mit Richard Gier kombiniert mit zehn in denen Debbie Harry einen New Yorker Telefonbuch durchblättert und den Song einsinkt.

00:08:41: Da Blondi zu diesem Zeitpunkt aber eine der am visuellsten, vermarktesten Bands der Welt war, produziert ihre Plattenfirma ein zweites Video für so ne

00:08:51: Promo-Veröffentlichung.".

00:08:52: Und in diesem Video sieht man die Band überhaupt nicht!

00:08:55: Stattdessen folgt die Kamera einem New Yorker Taxifahrer, der in einer dreckigen nie unbeleuchteten Nacht durch Manhattan fährt – das bildet den perfekten Gegenpol zur geleckten sonnigen Ästhetik von Los Angeles im Film.

00:09:08: Beide Videos laufen ab eighty-one auf dem damals neu gegründeten Musikcenter MTV in Dauerschleife und zementieren den Status von Debbie Harry als ultimative Style-Ikone der Ära.

00:09:21: Mit Call Me haben wir seinen Song, den die Band in dieser Form eigentlich nie geplant hat.

00:09:25: Der sie aber auf dem absoluten Thron des Rock-Olymps katapultiert.

00:09:29: Call Me wird in den USA ein gigantischer Erfolg, hält sich sechs Wochen lang eisern auf Platz eins der Charts und wird vom Billboard Magazin offiziell zur erfolgreichsten Single des gesamten Jahres neunzehnt achtzig gekürt.

00:09:42: Laut Z-List FM haben Blondi den Song bis heute über sechshundert Mal live performt.

00:09:48: Es ist wirklich der absolute Höhepunkt und oft auch der Rauschmeißer bei jedem Konzert.

00:09:54: Der Track ist das perfekte Denkmal für eine Zeit in der Punk-Artitüde und elektronische Perfektion miteinander verschmelzen.

00:10:27: Bekommt

00:10:27: ihr, jederzeit in der MyBob App und überall wo es Podcasts gibt.

00:10:32: Und die geballte Ladung an Rocksongs gibt's nonstop in den über-sechzig Rockstreams!

00:10:38: In der App und auf radiobob.de.

00:10:41: Radio Bob Deutschlands Rock Radio.

Über diesen Podcast

Wir können sie alle mitsingen, aber wissen wir wirklich immer worum es geht und wie sie entstanden sind? Im RADIO BOB! Original Podcast "Die größten Rocksongs – Storys zu den Hymnen" nehmen Euch die BOB-Moderatoren mit auf eine musikalische, textliche und z.T. historische Reise. Ihr erfahrt alle Fakten und persönliche Anekdoten zu den Rocksongs, die die Rockwelt geprägt haben.

Jede Woche eine neue Folge - jede Woche eine neue Hymne.

von und mit RADIO BOB!

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